Grund genug, den rund 50.000 bestehenden Abonnenten der Printausgabe einmal herzlich Danke schön zu sagen. Übermittler der Nachricht war eine einfache Postkarte. „Bei den Digi-Abo-Lesern wäre es vielleicht eine digitale Maßnahme geworden“, so Nina Schoenian, „doch es gibt kein liebevolleres Medium als die Postkarte oder den Brief, weil es haptisch, aufwendig und leider selten geworden ist.“
Dank an die Leser – ganz individuell
290 Mitarbeiter aus Redaktion und Verlag wurden für die Aktion fotografiert, jeder mit dem Schild „Danke für Ihr Abo“ in der Hand, alle ein bisschen anders. Gedruckt wurden jeweils 300 Postkarten, von denen 200 von den jeweiligen Mitarbeitern beschrieben wurden. Je Text-Ausprägung konnten je 50 Sendungen als Infobrief eingeliefert werden. Einige schrieben schlicht „Vielen Dank“, andere im Stil von „Ich bin stolz auf Sie, vielen Dank, bleiben Sie dabei! Herzliche Grüße.“ Ein anderer verwirrte seine Adressaten mit dem schriftlich festgehaltenen Ausruf: „Man zwingt uns dazu!“
Eine Welle der Sympathie
Doch tatsächlich wurde, wie Nina Schoenian glaubhaft versichert, niemand zum Postkartenschreiben gezwungen. Bei dem Dachterrassenevent herrschte beste Stimmung, die Mitarbeiter wurden mit Freibier und Massagen fürs Schreiben fit gehalten, und gegen 23 Uhr waren die rund 50.000 Postkarten geschrieben.
Gestützt wurde die Kampagne lediglich mit dem einmaligen Abdruck sämtlicher Fotos in der Printausgabe der taz. Den Postkarten folgte eine Welle von Sympathiebekundungen: „Die Redaktion erhielt Hunderte von E-Mails, Einladungen zu Wanderungen und selbst gebackenen Kuchen“, erzählt Schoenian, „viele schrieben mit Foto zurück: ,Danke für die taz!‘“
Erfolg auf allen Ebenen
Die Postkartenaktion zahlte sich allerdings nicht nur in puncto Sympathiebekundungen aus, sondern auch in klingender Münze: Die Genossenschaft registrierte zusätzliche Zeichnungen von Genossenschaftsanteilen und zahlreiche Aufstockungen beim (wählbaren) dreistufigen Abopreis. Ein Leser schickte gar einen Scheck über 1.000 Euro. Und zumindest in der Woche nach dem Kartenversand „traute“ sich nicht ein Abonnent, seine taz zu kündigen.






