Markensprache: Claims und Slogans

Plakativ wie eine Schlagzeile sollten Claims und Slogans sein. Dann können sie nicht nur erfolgreich Werbebotschaften und Images transportieren, sondern auch Marken und Kampagnen unterstützen. Im Dialogmarketing helfen sie zudem, das Angebot zu visualisieren.


"Freude am Fahren“, sagen die einen. „Bei Grün fährt man besser“, die anderen. „Für Ihr Leben gut“, behaupten Dritte, während wieder andere den Anspruch erheben, „Maßstäbe neu definiert“ zu haben.

Werbesprüche wie die genannten von BMW, Pkw.de, Easy Credit und AXA sind ein Spiegel gesellschaftlicher Trends. Claims vermitteln zwischen Marke und Verbraucher und geben den Kunden Orientierung. So bildet etwa bei BMW schon seit 1965 die „Freude am Fahren“ das emotionale Fundament der Kommunikation. Damit bedient sich der Autobauer eines zentralen Marketingmittels: Ein Claim oder Slogan bringt eine Kampagne auf den Punkt und vermittelt pointiert die Philosophie der Marke.

Wortmarken schützen

Um Slogans und Claims richtig einzusetzen, sollten die Begriffe sauber abgegrenzt werden: „Der Claim beschreibt den Markenkern eines Unternehmens, während ein Slogan temporär und auf Kampagnen bezogen ist“, erklärt Designmanager Enzo Vincenzo Prisco. So bleibt BMW seinem Claim „Freude am Fahren“ treu, greift das Thema aber in verschiedenen aktuellen Slogans wie „Freude ist jung“ oder „Freude sagt niemals nie“ wieder auf.

Hinzu kommt ein rechtlicher Unterschied: Ein Claim ist meist als eigenständige Marke geschützt, ein Slogan nicht. Ein Claim darf nicht „freihaltebedürftig“ sein, das heißt, er muss in Verwendung mit einem Produkt eine spezifische Zuschreibung und kreative Leistung sein, darf also nicht als allgemeinsprachliche Produktbeschreibung formuliert sein. So dürfte es einem Wellnessanbieter leichter fallen, „Unser SPA spricht an“ schützen zu lassen als „SPA – Wellness – Urlaub“. „Schützen lassen sich daher am ehesten möglichst mehrdeutige und für die Branche unübliche Wortkreationen“, sagt Alexander Hahn, Geschäftsführer von Slogans.de.

Deutlich wird die Unterscheidung zwischen Claim und Slogan am Beispiel Media Markt. Das Handelsunternehmen ist mit dem Claim „Ich bin doch nicht blöd“ in den Köpfen verankert und wirbt mit dem Slogan „Das kauf ich euch ab“ temporär.

Über alle Medien

Als kompakte und schnell wirksame Elemente informieren Slogans und Claims den Leser über Angebotsvorteile und wecken durch den Bezug zur Marke Vertrauen. Bereits eingeführte Werbesprüche sollten deshalb im Dialogmarketing genauso wie bei klassischen Maßnahmen eingesetzt werden. Denn: Die durchgängige Vermittlung der Marke über alle Medien hinweg ist entscheidend für erfolgreiche Kommunikation.

 

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Galerie erfolgreicher Claims und Slogans

Die Markenkommunikation über Claims ist in einigen Fällen so attraktiv, dass die besten Markensprüche in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen werden. /DIREKT+ hat eine Reihe von Beispielen zusammengestellt, die sprachlich und wirtschaftlich erfolgreich und einprägsam waren.

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Baldessarini: "Seperates the men from the boys."

Mit seinem im Jahr 2002 von Spirit entwickelten Slogan setzt Baldessarini ganz auf Internationalität und auf eine selbstbewusste Zielgruppe: Das Parfüm unterscheidet Männer von Jungen. Mit Charles Schuhmann hat das Unternehmen ein charakterstarkes Werbegesicht gewählt.

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Bluna: "Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?"

Der Slogan für die Orangenlimonade ist eine Entwicklung der Agentur Jung von Matt (1995) und hat es zu temporärem Ruhm gebracht, war schnell in den Köpfen verankert: Während und nach der Kampagne haben sich Mitmenschen nicht selten gegenseitig diese Frage gestellt und damit gewisse Verrücktheiten charmant entschuldigt.

Zu Bluna

BMW: "Freude am Fahren."

Zu einem Evergreen verspricht der Slogan des Automobilherstellers BMW zu werden. "Freude am Fahren." ist bereits seit 1969 im Einsatz und hat alles, was ein guter Slogan braucht: drei Wörter, ein alliteratives Element, Prägnanz und Verständlichkeit. Bei der Formulierung von BMW steigen Empfänger sofort ein.

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Calgon: "Waschmaschinen leben länger mit Calgon."

Bereits 1980 von Arge/TSF entwickelt klingt der Slogan vielen Kunden heute noch im Ohr. Dass ein so unhandliches Wort wie "Waschmaschine" hier funktioniert, ist vor allem der Komposition zu verdanken, die den Slogan zum Wasserenthärter über eine eingängige Melodie leicht erinnerbar macht.

Zu Calgon

Campari: "Campari. Was sonst."

Die Besinnung auf das Wesentliche, die Namensmarke, macht den Slogan von Campari aus. Die Frage "Was sonst?" wird zur Aussage, die mögliche Alternativen zu dem alkhoholischen Aperitif, der 1860 von Gaspare Campari erfunden wurde, ausschließt.

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ebay: "3... 2... 1... meins!"

Das Online-Verkaufsportal hat das Ersteigern von Produkten zum sportlichen Wettbewerb gemacht. Der dynamische Slogan "drei zwei eins meins!" (2003, Jung von Matt) nimmt das Bild auf und verbindet den Start (3... 2... 1...) direkt mit dem Ziel (meins!).

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FAZ: "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf."

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat mit dem 1967 von Scholz & Friends entwickelten Slogan der Doppeldeutigkeit zum Erfolg verholfen. Denn hinter der Zeitung steckt der kluge Kopf des Journalisten sowie der des Lesers. Hier im Bild: Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

Zur FAZ

Fielmann: "Brille: Fielmann"

Produktgruppe und Namensmarke können kaum direkter assoziiert werden als im Slogan von Fielmann. Von Conrad / Gley / Thieme 1980 entwickelt ist der Slogan noch immer top-aktuell und absolut eingängig.

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Haribo: "Haribo macht Kinder froh."

Ein Klassiker der Süßwarenbranche hat bereits 1935 seinen eigenen Slogan entwickelt: "Haribo macht Kinder froh" Erweitert wurde er 1962 um "und Erwachsene ebenso." Der Reim (froh - ebenso) verleiht dem Slogan Gedichtcharakter, die eingängige Melodie unterstützt dies.

Zu Haribo

IKEA: "Entdecke die Möglichkeiten."

Da das Möbelhaus IKEA seine Kunden durch Kataloge sowie ein großes Angebot vielfältig kombinierbarer Produkte vor Ort anregt, trifft der Slogan von 1985 ins Schwarze. Ein Nachfolger "Wohnst Du noch oder lebst Du schon?" wurde zwar viel zitiert, ist aber in seiner Kernaussage schwer verständlich.

Zu IKEA

Kitekat: "Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch."

Der erfolgreiche Slogan, 1982 von Scholz & Friends entwickelt, spricht Kernwerte wie Gesundheit und Freude direkt sowie Liebe und Zuneigung indirekt an. Clever: Den Transfer der Aussage auf das Katzenfutter muss der Empfänger selber leisten. Das trägt zur Glaubwürdigkeit bei.

Zu Kitekat

Maggi: ""Das wissen selbst die Kinderlein - mit Maggi wird die Suppe fein."

Dieses frühe Beispiel eine gedichteten Slogans wurde 1886 von Frank Wedekind erfunden. Der Schriftsteller, Journalist und Schauspieler arbeitete auch eine Zeit lang Chef der Werbeabteilung von Maggi.

Zu Maggi

Malteserkreuz: "Man gönnt sich ja sonst nichts."

Es gab eine Zeit, in der der Volksmund jeden kleinen Luxus mit den Worten begründete: "Man gönnt sich ja sonst nichts." Der 1985 von FCB Wilkens für Malteserkreuz (Aquavit) entwickelte Slogan erwies sich auch bei Abstinenzlern als sehr erfolgreich.

Zu Malteser (Aquavit)

Mars: "Mars macht mobil, bei Arbeit, Sport und Spiel."

Die Generation der 70er und 80er Jahre hat den Song noch im Ohr: "Mars macht mobil, bei Arbeit, Sport und Spiel." Ohne dynamisierende Melodie hätte der lange Slogan von D'Arcy / MacManus (1975) kaum so gut funktioniert.

Zu Mars

Michelin: "Unser Fortschritt bringt Sie weiter."

Der Reifenhersteller Michelin sorgt dafür, dass Kunden in Bewegung kommen und bleiben. Sein Slogan aus dem Jahr 1998, "Unser Fortschritt bringt Sie weiter.", verbindet geschickt den technischen Fortschritt mit dem dynamischen Weiterfahren. Heute ist der Slogan verkürzt auf: "Wir bringen Sie weiter."

Zu Michelin

Nike: "Just do it."

Weniger eine Aussage über die Sportartikel von Nike als vielmehr Ausdruck einer Lebenseinstellung hat sich "Just do it." schnell als erfolgreicher Slogan etabliert. Entwickelt wurde er 1988 von Wieden + Kennedy.

Zu Nike

Nokia: "Connecting People."

Mehr als Telefonieren verspricht Handyanbieter Nokia: Die mobile Kommunikation verbindet Menschen. Der Claim, 1994 von Grey entwickelt, lässt neben der sozialen Komponente Raum für eigene Assoziationen.

Zu Nokia

Persil: "Da weiß man, was man hat."

Mit diesem Claim vertraut der Hersteller darauf, dass der Empfänger bereits positive Erfahrungen mit dem Waschmittel gemacht hat. Ansonsten weiß man eben nicht, was man nicht hat. Ein spielerischer Claim, der vieles offen lässt, aber noch immer sehr erfolgreich ist.

Zu Persil

Schwartau (Extra): "Das erste Extra des Tages"

Wem das Aufstehen in der Früh schwer fällt, der kann vielleicht mit einem Versprechen an den Frühstückstisch gelockt werden: Was sich neben der Produktmarke konkret hinter dem "ersten Extra des Tages" verbirgt, muss der Empfänger allerdings selbst erschmecken.

Zu Schwartau (Extra)

Toyota: "Nichts ist unmöglich."

Euphemismen ist mit Vorsicht zu begegnen, denn ebenso wie bei der Aussage "Alles wird gut" wird jeder kritische Mensch die Stichhaltigkeit des Toyota-Slogans "Nichts ist unmöglich" in Zweifel ziehen. Dennoch hat er sich schnell und erfolgreich in den Köpfen der Kunden festgesetzt.

Zu Toyota

VR-Banken: "Wir machen den Weg frei."

Unterstützt durch eine klare Bildsprache, die den freien Weg zum Horizont zeigt und Hindernisse beiseite schiebt, fasst der Slogan der Volks- und Raiffeisenbanken den Wert von Service und Finanzleistung in eine wirkungsvolle Symbolik.

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Slogans Step-by-Step

Wie Sie Schritt für Schritt zu erfolgreichen Claims und Slogans kommen und welche Faktoren wichtig für die Kommunikation von Marken sind, verrät die Checkliste von /DIREKT+.

Interview Enzo V. Prisco

Erfolgreiche Strategien für Claims und Slogans nennt der Experte für Kommunikation und Design Enzo V. Prisco im Gespräch mit /DIREKT+.

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Interview Alexander Hahn

Alexander Hahn, Gründer von Slogans.de, informiert im Interview über die Charakteristika von erfolgreichen Slogans und zeigt, wie sich Marken mit Slogans etablieren und verjüngen können.

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Buchtipp

Über Erfolgsfaktoren im Dialogmarketing informiert das gleichnamige Buch von Markus Krummenerl. Die erste Auflage (2005) ist zur kostenlosen Ansicht bei books.google.de verfügbar.

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