Papier verarbeitende Betriebe, Konsumenten und Mitarbeiter im Unternehmen, die für den Papiereinkauf verantwortlich sind, sollten sich mit der Herkunft des Papiers auseinandersetzen und so schon einen ersten Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz leisten.
Für die Papiergewinnung holzen Konzerne kanadische oder finnische Wälder ab – und liefern den Rohstoff dann auch an deutsche Unternehmen. Bei rund 20 Prozent des verwendeten Papiers sei den großen deutschen Papierverbrauchern die Herkunft nicht eindeutig bekannt, schätzt Oliver Salge, Teamleiter Wald- und Meereskampagne bei Greenpeace.
Papier mit FSC-Siegel
Künftig soll im Münchner Druckzentrum der Allianz auch zertifiziertes Papier verwendet werden. Im Gespräch ist dabei Papier mit FSC-Siegel (www.fsc-deutschland.de). Dieses international eingesetzte Gütezeichen garantiert, dass für die Papiergewinnung nur Holz aus ökologisch verantwortungsbewusster Waldwirtschaft herangezogen wird.
Als Vorreiter in der Nutzung zertifizierten Ökopapiers gelten Unternehmen wie der Buchverlag Random House, der zur Bertelsmann-Gruppe gehört. Zertifizierte Papiere entstammen Recyclingmaterial oder nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.
Vor zwei Jahren hat Random House USA in der nach eigenen Angaben größten Umweltinitiative der Unternehmensgeschichte neue Richtlinien für den Papiereinkauf verabschiedet. Bis 2010 soll der Recyclinganteil bei ungestrichenen Papieren, die für den Buchdruck verwendet werden, auf 30 Prozent steigen.
80.000 Tonnen Holz pro Jahr einsparen
Auch Hochglanztitel wie Kunstbücher werden verstärkt auf Recyclingpapier gedruckt. Damit lassen sich rund 80.000 Tonnen Holz pro Jahr einsparen. Die Holzmenge entspricht etwa dem 20-Fachen des Baumbestands im New Yorker Central Park. In Deutschland setzt Random House auf zertifiziertes Papier. Seit etwa drei Jahren werden alle Hardcover aus den deutschen Verlagen der Gruppe auf FSC-Papier gedruckt.
Die aufgezeigten Maßnahmen – vom Einkauf des Papiers über den CO2-armen Druck bis zum klimaneutralen Versand – sind für alle Unternehmen leicht und schnell umsetzbar. Dafür ist jedoch die Kenntnis der Möglichkeiten und Initiativen unerlässlich.






